Rezensionen
Burkart Th. (82)
Selten habe ich ein solch umfangreiches Buch so zügig gelesen. Ich glaube – und gefühlt war es bei mir so, auch wenn das eine Nebensächlichkeit ist –, dass das überaus lesenswerte Werk durch den großzügigeren Zeilenabstand ein besonders angenehmes Lesen ermöglicht. Man legt das Buch dadurch nicht so schnell wieder aus der Hand.
Eine welt- und geschichtsumspannende Story mit Blick in die Abgründe
…
der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Spannung wird für mich zusätzlich verstärkt durch Lebenserinnerungen an meine eigene Familie: VATERLIEBE? … schön wäre es gewesen. Gerade deshalb rief der Titel bei mir Neugierde hervor.
Ich wurde 1943 kriegsbedingt nicht in Berlin, sondern ehelich in einem Lebensborn-Heim nahe Berlin geboren. Meine Mutter stammte aus einer altberliner Familie, war Journalistin und Feuilletonistin.
Mein Vater war ab 1933 Mitglied der LSSAH (Leibstandarte Adolf Hitler) und machte „Karriere“ in verschiedenen SS-Ämtern in Berlin bis zum Sturmbannführer. Die Ehe meiner Eltern wurde 1946 geschieden.
Vaterliebe? Passé!
Meine Mutter hat uns drei dennoch recht gut großgezogen.
Aufklärungsgespräche über die Zeit von 1933 bis 1945 in Berlin wurden strikt abgelehnt – schade. Wer zur eigenen Familiengeschichte derart schweigt, hat meist etwas zu verbergen. Zwar hat jeder das Recht zu schweigen, doch Offenheit in der Familie wäre ein Muss gewesen. Gemeinsam mit meiner Frau suchte ich das Gespräch mit meinem Vater. Er wie auch seine neue Ehefrau lehnten das Gespräch strikt ab. Also habe ich selbst recherchiert, in zugänglichen Archiven, und dabei unendlich viel Wissen erlangt.
Umso stärker berührt mich dieses fesselnde Buch, das zahlreiche Parallelen zu meiner eigenen Familiengeschichte aufweist.
Nun schlagen wir den Bogen zu diesem fesselnden Buch, mit vielen Parallelitäten zur eigenen Familie.
Das Buch verdient 5 Sterne!
VATERLIEBE muß man lesen. Man ist vom Anfang bis zum Ende mittendrin.
Der Roman hat eine Seele, da schwingt Geschichte mit. Immer wieder stoppt man beim Lesen und holt die Geschichte zurück.
Es ist sicher eine perfekte Drehbuch-Vorlage für eine Verfilmung.
Die Zeitsprünge finde ich besonders gelungen, gibt es doch immer wieder ‚Luft‘, neu aufzusetzen.
VATERLIEBE passt in die heutige Zeitgeschichte mit den hochaktuellen Entwicklungen in der Welt.
Das Kapitel 9/11/2001 in den USA lässt bei mir wieder reale Erinnerungen wach werden: Mit dem Flug UA175 verlor ein ehemaliger, lieber Kollege, beim Einschlag in den Südturm plötzlich sein Leben. So ungerecht spielt das Leben.
Nick Wilder & Richard Opper – danke für Euer Werk!
Randy K. – US Special Forces (RT)
Als Nick Wilder mich bat, das Manuskript von Vaterliebe während der Entwicklung des ersten Entwurfs zu rezensieren, war ich begeistert. Mit meinem fundierten Hintergrund in Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (ISR) sowie den Spezialeinsätzen der US-Armee und zugleich meinem jüdischen Erbe empfand ich dieses Buch nicht nur als fesselnd, sondern auch als außergewöhnlich gut geschrieben und vor allem als glaubwürdig.
Bereits ab dem ersten Kapitel war deutlich, dass erhebliche Recherchearbeit
…
in die Entwicklung der Handlung geflossen ist. Wilders akribische Liebe zum Detail verleiht den Figuren und der Handlung Tiefe und Authentizität und lässt jedes Ereignis glaubhaft und mitreißend wirken. Dieses Maß an Detailtreue und Glaubwürdigkeit hat mich besonders angesprochen.
Einer der bemerkenswertesten Aspekte von Vaterliebe ist sein großes Potenzial für eine Verfilmung. Die lebendigen Beschreibungen, die Actionszenen und die intensiven emotionalen Bögen haben mich sofort in ihren Bann gezogen und vor meinem inneren Auge ein Projekt entstehen lassen, das sich hervorragend auf die große Leinwand übertragen ließe.
Während des gesamten Buches dachte ich immer wieder daran, wie kraftvoll diese Geschichte im visuellen Medium sein könnte – ihre dramatische Spannung und die Charakterentwicklung sind wie geschaffen für eine Adaption.
Insgesamt ist Vaterliebe eine packende Lektüre, die reichhaltiges Storytelling wirkungsvoll mit realistischen Elementen verbindet und Nicks einzigartige, erfahrungsbasierte Perspektive zeigt, die zusätzliche Spannung erzeugt. Als ich das letzte Kapitel erreicht hatte, wollte ich mehr. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die eine fesselnde, gut recherchierte Geschichte suchen, die noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite im Gedächtnis bleibt.
Andrea Gretz
In einer Welt, die oft schnelle Lösungen und oberflächliche Antworten sucht, ist Vaterliebe von Nick Wilder ein seltenes und tiefgründiges Werk. Es fordert uns heraus, sowohl unsere persönliche Verantwortung als auch die gesellschaftliche Rolle, die wir spielen, zu überdenken.
Als Executive Coach, der mit Menschen arbeitet, die oft Verantwortung auf hoher Ebene tragen, sehe ich in Nick Wilders
…
Buch eine essentielle Reflexion über die tiefen psychologischen Dynamiken, die unser Handeln beeinflussen – nicht nur als Einzelpersonen, sondern als Mitglieder einer größeren Gesellschaft.
Vaterliebe geht weit über die Geschichte eines Vaters und seiner Familie hinaus. Es stellt die Frage, was wahre Verantwortung bedeutet, besonders in einer Welt, die von schnellen, oft kurzfristigen Entscheidungen geprägt ist.
Nick Wilder zeigt, dass Verantwortung nicht nur das Handeln im Moment betrifft, sondern auch die Fähigkeit, zu erinnern – an die Vergangenheit und an die Konsequenzen unserer Taten. In einer Zeit, in der Macht häufig ohne tiefe Reflexion ausgeübt wird, erinnert uns dieses Buch an die ethischen Pflichten, die damit einhergehen.
Nick Wilder fordert nicht nur politische Entscheidungsträger, Wirtschaftsführer und andere Machtinhaber zu einer tieferen Reflexion über Verantwortung auf. Er spricht uns alle an – in einer global vernetzten Welt – in der unsere Handlungen weitreichende Folgen haben können. Die Erinnerung an die dunklen Kapitel der Geschichte wird hier nicht nur als Rückblick dargestellt, sondern als ein ethischer Imperativ, der uns vor den Fehlern der Zukunft bewahren soll.
Besonders bewegend ist Nick Wilders Darstellung der menschlichen Sehnsucht nach Anerkennung. Die Suche danach, akzeptiert zu werden – sei es von einem Vater oder der Gesellschaft – ist eine universelle Erfahrung. Der Preis, den wir zahlen, wenn diese Anerkennung ausbleibt, kann tiefgreifend und schmerzhaft sein.
Nick Wilder zeigt auf, dass wahre Gerechtigkeit in einer Gesellschaft auf der Anerkennung des Einzelnen beruhen muss.
Was dieses Buch besonders macht, ist die Art und Weise, wie es sowohl intellektuell als auch emotional berührt.
Nick Wilder schafft es, tiefgründige Themen wie Verantwortung und Anerkennung auf eine Weise zu vermitteln, die uns dazu anregt, unser eigenes Leben zu reflektieren. Es geht nicht darum, uns zu belehren, sondern uns zu einer intimen Auseinandersetzung mit unseren eigenen Werten zu bewegen.
Letztlich stellt Vaterliebe nicht nur Fragen nach der Rolle des Vaters, sondern auch nach unserer Verantwortung als Gesellschaft.
Es fordert uns auf, über die Welt nachzudenken, die wir gestalten wollen, und über den Preis, den wir für Macht, Verantwortung und Anerkennung zahlen. In einer Welt, die oft von Politik und Macht geprägt ist, erinnert uns das Buch daran, dass wahre Führung durch Fürsorge, Achtsamkeit und Mitgefühl definiert wird. Vaterliebe ist ein Buch für alle, die bereit sind, sich dieser Verantwortung zu stellen.
Peter E. – Diekholzen (73)
Wie der Autor Nick Wilder, so wurde auch ich 1952 in die Nachkriegswelt Norddeutschlands hineingeboren und wuchs ebenfalls in einem sehr „rechten“ Umfeld auf.Was ich immer schon ahnte und bisher nur bruchstückhaft wusste, verdichtet sich in dem Plot seines neuen Buches „Vaterliebe“ zu einem für mich schlüssigen Gesamtbild, wenn auch fiktional verfremdet.
Die Geschichte beginnt in Schleswig-Holstein in Tönning, einem Ort, der in diesem Roman symbolisch für viele andere Schauplätze im Norden steht, die von sehr ähnlichen gesellschaftlichen und politischen Strukturen der damaligen nationalsozialistischen Zeit geprägt waren. Ein insgesamt mitreißender Roman, der private und zeitgeschichtliche Fakten in einen spannenden Erzählfluss bringt. Geschickt lassen der Autor Nick Wilder und sein amerikanischer Co-Autor Richard Opper in diesem Roman Realität und Fiktion miteinander verschmelzen. Die dem Leser bekannten historische Ereignisse, wie z.B. das Münchener Massaker, eine fiktive Anlehnung an die rechtsradikale „Wehrsportgruppe Hoffmann“, das Drama von Hoyerswerda, die deutsche Wiedervereinigung oder derFall der Twin Towers in New York verleihen der Geschichte eine schon etwas unheimliche Realität.
Auf der einen Seite ein Entwicklungsroman, der den Protagonisten Alex von Stein in all seinen Facetten, Abgründen und Talenten zeigt, aber auch gewissermaßen ein Krimi, der den Bogen rechtsradikaler Zeitgeschichte, ausgehend von Hitlers Naziregime bis in die Neuzeit, mit neuen und gefährlichen Akteuren aufblättert.
Gefangen im Netz der Konventionen und Zwänge des damaligen „Dritten Reichs“ ist die Figur Klara von Stein, Mutter des Protagonisten Alex von Stein, eine sehr tragische Figur, die aber auch so typisch für viele Frauen dieser Generation war.
Die politischen Verhältnisse und damit verbundenen Ereignisse in der Kleinstadt Tönning sind zwar fiktional, aber für mich als Leser waren sie schockierend.
Sein verzweifelter Kampf, den Sumpf einer international vernetzten rechten Szene aufzudecken und gleichzeitig die sich ihm immer mehr offenbarenden Geheimnisse um das Wirken seines Vaters in der NS-Zeit zu verarbeiten, belastet seine spätere Ehe außerordentlich. Dieser Konflikte werden von den Autoren einfühlsam beschrieben.
Die Beerdigung des Vater Leopold von Stein in Tönning ist der Anfang aber auch (fast) das Ende des Romans.
Im Epilog gelingt es den Autoren auf geniale Weise abschließend den Leser in die Gedankenwelt zweier Brüder eintauchen zu lassen, in der jeder auf seine Weise von Kindesbeinen an versuchte, die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Vaters zu bekommen. Der Titel „Vaterliebe“ könnte also treffender nicht sein. Als beide gemeinsam die Wahrheit über ihren Vater erfahren, steht der ältere Bruder Hans vor den Trümmern seines Lebens, während sich für Alex die gesamte Wahrheit entfaltet, nach der er sein Leben lang gesucht hat.
Schmerzhaft, aber am Ende erlösend und für Alex nicht unbedingt unerwartet.
Unerwartet ist allerdings am Ende der Geschichte eine an Alex von einem Geistlichen herangetragene Erkenntnis, die für ihn, und auch für mich als Leser, alles auf den Kopf stellt und alles bis dahin gelesene in einem anderen Blickwinkel erschienen ließ.
Der letzte Satz im Buch ergibt in fast logischer Konsequenz eine Fortführung des Plots. Es würde mich nicht wundern, wenn der vorliegende Roman verfilmt wird. Ich vermute auf Grund der umfassenden Geschichte, wohl dann eher als Serie.
Man könnte den Zuschauern dann sicherlich filmisch die Gefahren, die in unserer Gesellschaft von den wiederaufbäumenden, rechten Gesinnungen ausgehen, spannend vor Augen halten.
Der Roman verdient auf jeden Fall viele Leser, die nicht hinnehmen wollen, dass sich unsere deutsche Vergangenheit, die NS-Zeit, wiederholt und die sich in einer neuen Gegenbewegung gegen das wieder aufstrebende rechte Pack engagieren.
Liebe Freunde, Familie und Bekannte,
Liebe Zeitgenossen,
wisst Ihr welche Gedanken mich neulich beschäftigt haben?
– Was wäre wenn …
Was wäre wenn Du morgens aus dem Haus gehst und Dein Haus mit Hetzparolen beschmiert ist?
Was wäre wenn plötzlich jemand vor der Haustüre stehen würde und ohne zu zögern die Türe eintreten würde?
Was wäre wenn plötzlich jemand sagt ab morgen gibt es für Sie in diesem Land keine Arbeit mehr?
Was wäre wenn Deine Kinder aus der Schule gejagt würden?
Was wäre wenn plötzlich jemand kommt und prügelt mich und meine Familie nieder?
Was wäre wenn plötzlich jemand kommt und Dich auf einen LKW verfrachtet und an einen unbekannten Ort hinbringt?
Was wäre wenn Dir über Nacht Dein Vermögen genommen wird und Du ohne zu zögern von Nazi Schergen kaltblütig umgebracht wirst?
Sie werden sagen solche Gedanken entspringen einem Science-Fiction Roman, so etwas träumen psychisch kranke Menschen!
So etwas gibt es nicht in der Wirklichkeit.
– Aber ist das so??
Gibt es so etwas nur in der Fantasie??
Weit gefehlt!!!
So etwas hat es tatsächlich in Deutschland und Europa schon gegeben!
Ja, tatsächlich!
Diese Zeiten hat es bei uns gegeben und das ist noch gar nicht so lange her!
Die jüngeren Leute werden das nicht wissen, viele wollen es nicht wissen.
Viele haben früher weg geschaut, in 1933 – 1945, viele würden auch heute wieder wegschauen!
Und mitten in diese Gedanke hinein traf ich vor kurzem auf einen sehr bekannten Schauspieler und Buch-Autor; Nick Wilder!
War es Zufall dass wir uns begegnet sind?
Wir glauben beide nicht an Zufälle!
Nick Wilder und sein amerikanischer Co-Autor Richard Opper arbeiten seit mehreren Jahren an einer fast unglaublich anmutenden Geschichte, an einem Buch was auf der einen Seite fast jede Vorstellungskraft sprengt und doch wiederum so real, so realistisch ist, so sehr auf Tatsachen beruht, dass es mich, als Leser, nicht nur schockiert hat sondern in einem Hin und Her einer kaum gekannten Gefühlswelt zurück lässt.
Die beiden Autoren beleuchten in Ihrem, und das darf man ohne Übertreibung sagen, genialen Werk „VATERLIEBE“, die Entstehung, die Ausbreitung, die Brutalität, die bösartige Raffinesse, die Gnadenlosigkeit einer rechtsradikalen Welt; einer Welt, in der Nazis andere Menschen mit Füssen treten.
Was unterscheidet „VATERLIEBE“ von anderen Werken die sich diesem Thema bereits in der Vergangenheit angenommen haben?
Diese Frage werden Sie sich stellen und diese Frage ist berechtigt!
Es ist nicht einfach die Antwort in Worte zu fassen!
Zum einen endet die Geschichte nicht mit dem Ende des 2. Weltkrieges, nein, sie fängt da erst richtig an!
Zum anderen lässt die Geschichte uns in (heutige) gesellschaftliche und geheime Abgründe blicken, die Sie als Leserin und als Leser weder in der Zeitung noch in den Tagesnachrichten finden werden.
Mir hat dieses Buch geholfen diese Welt besser verstehen zu können!
Nicht nur aus diesem Grunde lade ich Sie ein, dieses Buch ( in Ruhe ) zu lesen.
Das ist meine persönliche Empfehlung an alle Neugierigen, an alle Anständigen, an alle Sorglosen, an alle Gedankenlosen, an alle Träumer und an alle Realisten auf dieser Erde!
Um dieses geniale Werk , diese „VATERLIEBE“ in dieser globalisierten Welt umfassend bekannt zu machen hoffe ich auf eine baldige Verfilmung, als Kinofilm oder als Serie!
Lübbert Kruizenga
(jetzt Roseville, Minnesota, USA)
Ich, Jahrgang 1964, hatte das Privileg, den Roman „Vaterliebe“ von Nick Wilder und Richard Opper schon lesen zu dürfen. Den beiden ist ein beeindruckendes Werk geschichtlicher und fast zeitgeschichtlicher Erzählung in drehbuchartigen Dialogen gelungen. Alex von Stein kämpft um die Anerkennung und um den Respekt seines Vaters, der eine tiefe Nazi-Vergangenheit …
und Überzeugung hat. Er verzweifelt daran und geht einen Weg, der unvorhersehbare Begegnungen, Überraschungen und Gefahren liefert.
Der Nationalsozialismus ist in Deutschland auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges immer noch latent vorhanden und vorhanden gewesen. Ich habe selbst erlebt, wie in der elterlichen Gastwirtschaft in Ostfriesland der „Führergeburtstag“ alljährlich am 20. April hinter geschlossenen Vorhängen und bei abgedunkelter Beleuchtung „gefeiert“ wurde. Daher kann ich das Verhalten und die Gefühle von Alex sehr gut nachvollziehen.
Ich hoffe, das Buch regt zum anderen Umgang mit der „Wiederauferstehung“ national sozialistischen Bewegungen, nicht nur in Deutschland, an. Und ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung der Geschichte …
Kim Brodtman – Hamburg
Eine wirklich faszinierende Geschichte mit einem hochaktuellen politischen Bezug, wenn man sich die besorgniserregenden Wahlergebnisse der AfD in den letzten Jahren anschaut. Ein total wichtiges Thema, auch für den Schulunterricht.
Der Aufbau der Geschichte hat mich im positiven Sinne an eine dieser russischen Matrjoschka-Puppen erinnert: Erst ist es eine Coming-of-Age-Geschichte (Alex Jugend in Deutschland), dann wird daraus ein Road-Movie (Alex in den USA) und dann entpuppt es sich als Spionage- und Politthriller – doch durch die ganze Geschichte zieht sich als Leitmotiv Alex (Nicht-)Beziehung zu seinem Vater. Dadurch ist die Story persönlich und politisch zugleich.
Rezension von Evelyn Werner aus Seelze:
Fünf cm Vaterliebe hätten schon gereicht
Sie hätten schon gereicht, dass dieses Buch vielleicht nicht entstanden wäre. Zugegeben man kann Liebe nicht in cm messen, aber dieses Buch regt dazu an.
Man hat ein sehr, sehr dickes Buch vor sich. Es hat provokante Farben, eine provokante Schrift des Titels und viele, viele Seiten. Das relativiert sich, wenn man es aufschlägt. Die Seiten sind selbst relativ dick, aber es bleiben fast 600 Seiten.
Aber was kann man erwarten? Einen Fantasy-Roman? Einen Krimi? Eine Biografie? Eine Geschichtsaufarbeitung? Einen Liebesroman? Eine Abrechnung? Ein Drehbuch?
Das Buch hat wohl von allen Genres ein wenig. Und doch ist es einfach anders. Es fängt gefühlt harmlos an. Und man denkt, man kann sich erst einmal reinlesen und es dann für einen späteren Zeitpunkt zur Seite legen. Die Erfahrung zeigt: Das klappt nicht! Man wird schon nach wenigen Seiten süchtig weiterzulesen. Und man kann es erst zur Seite legen, wenn man auf der letzten Seite angekommen ist. Und auch dann, auch dann lässt es nicht los. Das Gedanken-Karussell geht weiter. Es landet bei der Gegenwart. Es zieht Vergleiche. Was hat mein Vater mir aus derselben Zeit erzählt, war er hilflos oder Handelnder? Ist das alles Geschichte ohne Widerkehr?
Nick Wilder und sein Co-Autor haben hier ein besonderes Buch geschrieben. Die Geschichte (?) eines Mannes, der wohlbehütet in einer Familie auf dem Land aufwächst und dann in die Mühlräder der Geschichte der letzten 80 Jahre gerät. Der sich immer nach Beachtung sehnt – nach der Beachtung durch seinen eigenen Vater. Der sein Leben opfert, um diesem Vater und sich selbst etwas zu beweisen. Der auch Züge seines Vaters hat – wenn auch unter einer ganz anderen Denke. Der auch zwischen diese wohl leider unauslöschlichen Welten unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Wertevorstellungen und Machtdenkens gerät – gewollt und nicht gewollt.
Dann bleibt da auch dieser Gedanke: Dieses Buch hat der Mann geschrieben, der der „Herr Kaiser“ in der Werbung, der der Traumschiffarzt, der der Karl-May-Mitspieler war? Wieder einmal der Beweis, der Mensch hat viele Seiten. Auch das ist Inhalt der fünf sehr, sehr lesenswerten Centimeter.
Juliane Meyer
Ich habe das Buch „Vaterliebe“ mit großem Interesse gelesen. Beim Lesen hatte ich oft Tränen in den Augen – und an einigen Stellen auch ein Lächeln im Gesicht. An manchen Stellen sind die Tränen sogar ganz selbstverständlich geflossen, weil die Geschichte so nah ging und viele Emotionen berührt hat.
Vaterliebe ist ein berührendes Buch, das lange nachwirkt und sowohl das Herz als auch die Gedanken beschäftigt. Besonders bewegend war für mich, wie oft ich mich selbst in den Zeilen wiedergefunden habe, auch wenn mein eigener Hintergrund ein ganz anderer ist. Die Gedanken, Gefühle und inneren Konflikte sind so authentisch beschrieben, dass sie unabhängig von der persönlichen Lebensgeschichte berühren.Die Geschichte verlangt Aufmerksamkeit, da häufig zwischen verschiedenen Ebenen und Zeiten gesprungen wird. Konzentration ist nötig, aber sie lohnt sich. Gerade dadurch verschwimmen Realität und Erzählung immer wieder miteinander, sodass man oft nicht mehr genau trennen kann, was Erlebtes und was literarische Verarbeitung ist.
Für mich ist Vaterliebe ein sehr ehrliches, emotionales Buch, das lange nachhallt – vor allem, weil es so viel Menschlichkeit und Tiefe in sich trägt. Danke.
Bertram Solcher, Fotograf
Es war wieder einer dieser Termine, die einen als Fotografen überfallartig erreichen.
„Wir machen ein Interview mit Dr. Sander vom Traumschiff, oder auch dem Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer.“ Aha! Recherche in der kurzen, noch verbleibenden Zeit. Alle meine Vorurteile bestätigt. Wieder einer dieser Schauspieler, der meint die Welt auch noch mit seiner Autorenschaft beglücken zu müssen.
Treffen in einem Restaurant im Hamburger Portugiesenviertel. Nick Wilder ist auf Promotion Tour für sein zweites Buch „Vaterliebe“.
Selten habe ich ein Vorurteil nach so kurzer Zeit revidieren müssen. Aus Dr. Sander ist Nick Wilder, ein politisch und menschlich engagierter Autor geworden, der weit über den Tellerrand schaut. Als wir uns nach zwei Stunden verabschieden, verspricht Nick Wilder mir, ein Buch zu schicken. Versprechen kann man viel – eine Woche später halte ich es in den Händen. 600 Seiten – der Mann will es wissen. Ich beginne zu lesen und werde schon am ersten Abend in die Geschichte hineingezogen. Anfangs verwirren mich die Zeitsprünge samt der unterschiedlichen Handlungsstränge. Aber je weiter ich lese, desto besser verstehe ich, dass der Autor in Teilen auch mein Leben beschreibt – wenig ist so, wie es aussieht und wenn man selber glaubt man würde jetzt schon um die Ecke denken, stellt man fest, dass es auch noch ganz anders sein könnte.
Wilder verbindet historische Ereignisse aus der Nazi-Zeit mit persönlichen Erfahrungen und über allem steht die zentrale Frage was Vaterliebe, oder der Entzug derselben mit Heranwachsenden macht. In einem Thriller setzt er sich qualifiziert mit der Frage auseinander, wie traumatisiert die Kinder der Kriegsgeneration sind. Wahrlich weit weg vom Traumschiff. Nach vier Tagen bin ich am Ende des Buches angekommen – enttäuscht, dass schon Schluss ist und mit ganz viel Stoff und neuen Perspektiven zum Nachdenken versorgt. Ja, Alex von Stein ist eine Erfindung, aber die Geschichte könnte so oder so ähnlich passiert sein. Oder vielleicht passiert sie gerade und wir haben es nur noch nicht gemerkt.
Schon der Interview Termin war ein echtes Erlebnis, die Lektüre war fesselnd.
Nikolaj Georgiew – (Fotograf & Filmemacher)
https://georgiew.de
Auch ich habe seit Kindesbeinen ein Thema mit meinem übermächtigen Vater gehabt. Irgendwie wusste ich, dass er ein geheimnisvolles Leben vor meinem Leben hatte, und ich habe zum Beispiel erst als Erwachsener erfahren, dass ich eine Halbschwester hatte oder habe.
Alles war im Dunkeln, und alles war unausgesprochen zwischen uns. Mein Vater ist Kriegsgeneration, war im 2. Weltkrieg im Balkan und hat gegen die Deutschen gekämpft.Alles sehr ähnlich wie bei Nick Wilder – dem Herrn Kaiser, der Schiffsarzt vom Traumschiff, den ich „zufällig“ bei einer ARD-Reportage über ihn in Hamburg vor fünf Jahren kennengelernt hatte. Aber was sag ich – Zufälle gibt es nicht.
Ich war also sehr gespannt, was Nick da für ein Päckchen zu tragen hatte – und darauf, wie er seine eigene Geschichte in einen fiktionalen Roman verarbeitet hat.
Das Buch hat mich von Seite 1 sofort in seinen Bann gezogen. Ich konnte es die nächsten Tage kaum aus der Hand legen.
Meine Freundin hat mich über fünf Tage hinweg nur noch hinter dem rot-schwarzen Buchrücken gesehen:
mal jauchzend, mal schimpfend, mal still, mal wütend – sogar mal mit Tränen in den Augen.
Und gerade aus der Sicht eines professionellen Kameramanns bekommt das Ganze für mich noch einmal eine besondere Dimension:
Dieses Buch liest sich wie ein Film, den man nicht stoppen will.
Bilder, Licht, Schatten – wie innere Kamerafahrten, die direkt ins Herz schneiden. Der Erzählstil hat Rhythmus, Dramaturgie, Stille und Explosion. Er hat Atmosphäre, er hat „Kamera“ – das Buch lebt.
Nick verwebt seine eigene Geschichte mit historischen Fakten – so nahtlos, dass Wahrheit und Fiktion ineinander fließen.
Ich ertappte mich, wie ich ängstlich auf die immer weniger werdenden Seiten, die zum Ende führten, schaute – genau wie in unserem Leben, wo die Tage immer weniger werden.
Und dann der Showdown.
Eine Flut an Bildern und Informationen, die mich staunend das Buch zur Seite legen ließ.
Bereits eine Stunde später durchflutete mich der Wunsch, meine Mutter zu fragen, was denn nun wirklich bei meinem vor 30 Jahren verstorbenen Vater für Geheimnisse vorliegen.
Auch ich habe nun Fragen und muss meine Geschichte kennenlernen – so wie ich nun die Geschichte von Nick bzw. Alex von Stein kennengelernt habe.
Viel Erfolg, lieber Nick Wilder.
Nikolaj Georgiew
Ruth Luba (Israel)
Vor einer Woche schickte mir Nick Wilder das Manuskript seines Buches „Vaterliebe“.Ich durfte als Test-Leserin dabei teilnehmen. Der Held der Geschichte, Alex von Stein, Sohn eines antisemitischen Vaters und ehemaligen SS-Mannes, muss sich mit der Vergangenheit seiner Familie und seines deutschen Volkes auseinandersetzen. Als Agent stellt er … sich dem neu aufflammenden Nationalsozialismus entgegen. Jahrelange Ausbildung als Spion bringt ihn nach Israel und in die USA. Mehrmals kommt er in gefährliche Situationen. Durch Enttäuschungen, Verlust, Vergebung und Liebe erwirbt sich Alex von Stein, der später Alex Roth heißen wird, einen Platz in unseren Herzen. Er verfolgt einen unsichtbaren Feind, der ihm offensichtlich immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Oder ist er ihm näher als er ahnt? Alex von Stein findet Vaterliebe, völlig unerwartet, bei Menschen, die jedes Recht hätten, ihn zu hassen und Hass bei Menschen, die nicht in der Lage sind, ihm diese Liebe geben zu können.
Als Israelin, die in Deutschland geboren wurde und aufgewachsen ist, ging mir die Story besonders ans Herz.
Also „kol hakavod“ wie man hier in Israel sagt, wenn man lobt.
Alles Liebe,
Ruth Luba
Laura Resch – geboren 2004, Kommunikationsstudentin in Eindhoven (aus Bozen, Italien)
Schon von Kindesbeinen an habe ich immer viel und gerne gelesen. Manche Bücher sind gut von Beginn an, enttäuschen dann aber später im Laufe der Geschichte. Nicht so Vaterliebe.Mir wurde zum ersten Mal die Ehre zuteil, ein noch nicht publiziertes Buch zu lesen, wodurch ich mich als noch so junger Mensch übrigens einzigartig und besonders fühlte. Aber ich schaffte es zum Verrecken nicht, mit dem Lesen zu beginnen. Dann eines Tages gab ich mir einen Ruck. Es passierte, wie es passieren musste: Das Buch hat mich verschlungen. Mit Tränen in meinen müden Augen, ein gebrochenes Herz… im Brustkorb und Wut über das Ende ging ich um 4 Uhr morgens schlafen.
Ich weiß noch immer nicht, welchen Effekt das Buch auf mich hatte, aber es muss ein ziemlich großer gewesen sein, da ich eine Woche lang wie eine leere Hülle durch mein Leben gestolpert bin und noch sehr lange über alles nachgedacht habe. Das Buch ist wirklich gut. Die Geschichte hält dich im Bann, du fühlst, weinst, lachst und fieberst mit, doch es ist die Bedeutung der Geschichte, die dich auf eine Art fertig macht, die sich tief in deinem Inneren verankert und dafür sorgt, dass du den Inhalt, dessen Bedeutung und vor allem die Charaktere nie wieder vergessen wirst.
Für jene, die sich noch nie mit dem Thema des Holocaust beschäftigt haben oder sich nicht für Politik interessieren; dieses Buch ist ein Schrei, der dich aus deinem Schlaf reißen wird.
Damit will ich sagen, dass man sich die Zeit nehmen sollte, das Buch nicht nur zu lesen, sondern es auch zu verstehen und das Gelesene zu reflektieren. Ich selbst habe mich schon vor dem Lesen des Buches mit diesem schweren Thema beschäftigt, habe viele Bücher gelesen. Die Schule hat mich gut informiert. Ich reiste mit einem Programm nach Krakau, um Auschwitz zu besichtigen und machte mir meine eigenen humanen Gedanken. Dadurch wusste ich schon ein bisschen Bescheid und wurde nicht komplett von dem Buch und dessen Inhalt überrumpelt.
Vaterliebe ist ein so komplexes Buch, mit so vielen unterschiedlichen Wendungen, die dich zuweilen verwirren, sich dann aber später immer wieder zu einem logischen Zusammenhang verknüpfen. Dass mich das Ende etwas frustriert hat, lag daran, dass es noch nicht das Ende der Geschichte sein kann. Man wird neugierig, man will mehr. Es muss weiter gehen.
Besonders gut hat mir der Teil des Buches gefallen, in dem Alex nach Montana reiste und all seine Emotionen durch einen Schrei am See herauslässt. Ich konnte es mir so gut visuell vorstellen und seine Frustration und Schmerz an dieser Stelle nachempfinden. Auch die Vorstellung seiner „Undercover-Persönlichkeit Peter Müller“ hat mich sehr gepackt und es ist alles unvorstellbar spannend geschrieben.
Die Wendungen im Buch, als die Geschichte von Alex im Militär beginnt und dann später mit dem München-Massaker 1972 verknüpft wird, waren anfangs verwirrend, jedoch wurde es für mich dadurch noch spannender weiterzulesen. Geschickt ist es den Autoren Nick Wilder und Richard Opper gelungen, die Vielschichtigkeit dieser Geschichte dem Leser verständlich nahe zu bringen. Vor allem die immer wiederkehrenden Visionen des Protagonisten Alex von Stein geben dem Leser noch eine tiefere Verbindung und mehr Mitgefühl für seine Persönlichkeit und seinem Schicksal.
Ich empfehle jedem das Buch zu lesen, einfach weil es um aktuelle Themen geht und es dich durch die Mischung des fiktiven und realen Inhalts wirklich nicht mehr loslässt. Mehr will ich auch gar nicht dazu sagen, denn Vaterliebe spricht für sich selbst am besten und keine Formulierung könnte dem Buch gerecht werden.
Heinz Koch – Theaterintendant, Schauspieler, Regisseur, Autor (Ulm)
„Vaterliebe““, eine sogenannte „historical fiction“, die fatalerweise und beklemmend weniger historisch und so gar nicht fiktiv erscheint. Hatte das Autorenduo Nick Wilder und Richard Opper zunächst eine zehnteilige TV-Serie im Sinn, kommt jetzt (erst einmal) in 2026 „Vaterliebe“ als Buch heraus.Erzählt wird die Geschichte einer norddeutschen Familie des 20. Jahrhunderts. Der Vater dieser Familie, Leopold von Stein, wächst in der Zeit des erstarkenden Nationalsozialismus heran … und erliegt der ihn faszinierenden Ideologie, von der er sein Leben lang nicht loslässt. Um die Liebe und Zuneigung dieses zu solchen Regungen unfähigen Vaters buhlen seine zwei grundverschiedenen Söhne, Hans, der Ältere von beiden, und Alex, wobei der Jüngere nach Meinung des Vaters völlig aus der Art schlägt, weil er eben nicht „hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder“ werden will.
Die heute noch lebenden Söhne eines solchen Vaters werden – für viele vielleicht erschreckend – mit ihrer eigenen Biografie konfrontiert. Für die sind Rückschlüsse aufs eigene (Er-)Leben unvermeidlich; da wird unweigerlich reflektiert und assoziiert werden. Die allermeisten werden nicht ein so gefährliches Leben wie Alex geführt haben. Sie haben aber womöglich einen Vater wie Leopold von Stein gehabt, der in der ersten Lebenshälfte überaus Schreckliches (nicht nur mit-) gemacht hat. Alex erfährt erst spät von dunklen Familiengeheimnissen, hat sich aber schon früh für ein Doppel-Leben entschieden, bei dem er aktiv eine Hasswelt von Antisemitismus, Rassedenken, Holocaustleugnen und völlig verquerem, abstrusem Stolz aktiv und undercover bekämpft, in der Identität des Nazi-Sympathisanten Peter Müller, eine Art „Agent des Guten“.
Diese – vor allem den in der Mitte des 20. Jahrhunderts Geborenen auf merkwürdige Art vertraut vorkommende Geschichte – könnte nicht besser in unsere Zeit passen, eine Zeit, in der sich vielen wachen Menschen immer wieder der Gedanke aufdrängt: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Geschichtsvergessenheit, Ignoranz, Schluss-Strich-Phantasien bis hin zu Unglaublichem, Unerträglichem wie „Vogelschiss in der Geschichte“ lassen einen erschaudern und machen „Vaterliebe“ mehr als plausibel. Wenn man bis vor einigen Jahren diese Geschichte eben als ein fiktives Histörchen abgetan hätte, ist es jetzt eine angesichts des Erstarkens von Faschisten, Reichsbürgern und anderen von Umsturzgedanken Befallenen mehr als eine Mahnung.
Dabei verzichten die Autoren auf jede akademische oder pädagogische Attitüde. Die Geschichte – im Vordergrund das bewegte und bewegende Auf und Ab von Alex – kommt spannend und, ja, unterhaltsam an. Glaubwürdige Dialoge, fesselnde Handlungsabläufe, Rückblenden wie im Film, vor allem auch auf die Jugend des Leopold von Stein, nehmen gefangen und lassen mitzittern und auch mitfreuen. Enge Situationen, aus denen Alex sich immer wieder herauswindet, erhalten schöne Gegengewichte durch einfühlsam beschriebene menschliche Begegnungen – auch mit Partnerinnen.Mit „Vaterliebe“ haben Nick Wilder und sein Co-Autor Richard wohl aus einer Vorahnung entstandenen, den Nerv der Zeit unbedingt treffenden „Kommentar“ geschaffen, zum Glück nicht belehrend oder sonst wie abtörnend, sondern sehr kreativ und abwechslungsreich. Daher ist „Vaterliebe“ allen denen zu empfehlen, denen man wünscht, sie möchten die Zeichen an der Wand deuten. Vielleicht ist es doch angebracht, die ursprüngliche Idee zu verfolgen und doch auch einen filmischen Mehrteiler zu realisieren.
Jon Attfield & Norma Vanderwalde (Buchholz)
Über das Neonazi-Problem der Nachkriegszeit wird in Politik und Medien wenig berichtet oder diskutiert. Anti-Terrorismus-Detektivarbeit, die sich gegen die extreme Rechte richtet, ist wichtig und wertvoll. Sie ist ein hervorragendes Thema für einen Kriminalroman.… Belletristische Aufarbeitungen der zeitgenössischen Neonazi-Szene sind rar gesät. Nick Wilder, bekannt aus zahlreichen internationalen und deutschen Filmen und Serien, hat nun sein neues Buch vorgelegt. Und es beschäftigt sich mit diesem Thema. Es ist nicht nur ein Thriller – was es in erster Linie ist – sondern auch ein Entwicklungsroman. Der Protagonist ist ein junger Mann, der sich nach Zuneigung und menschlicher Wärme sehnt; ein Mann, der aus dem Bedürfnis heraus, sich von der Kälte des Nazi-Vaters zu distanzieren, seine eigenen Ziele sucht. Und doch klammert er sich an die Hoffnung, die Wertschätzung seines Vaters zu gewinnen. Indem er seine Lebensaufgabe findet, gelingt es ihm, seine psychischen Verletzungen zu kompensieren. Er lässt sich als Undercover-Agent von einer jüdischen Organisation anwerben, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, rechtsradikale Netzwerke zu unterwandern. Die verdeckte Arbeit des Protagonisten wird spannend und faszinierend geschildert. Während der Lektüre stellt sich ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit ein, wenn man erfährt, wie sich das Nazi-Netzwerk so eng über den Globus verwoben hat. Der Protagonist findet die Liebe seines Lebens. Die Beziehung wird einfühlsam und emotional geschildert. Doch auch sie kann den inneren Zwang nicht aufheben, die Schuld des Vaters zu sühnen und zu verhindern, dass die menschliche Gesellschaft erneut in einem braunen Sumpf versinkt. Nick Wilder hat erkannt, wie wichtig es ist, diese Entwicklung zu beschreiben und davor zu warnen, und so ist ihm und seinem Co-Autor Richard Opper ein spannender und trotz der Dramatik und Gewalt einfühlsamer und emotionaler Roman mit scharf gezeichneten Charakteren gelungen.
U. Kloers (70) (Frankfurt)
VATERLIEBE, welch ein Wort der Gewissheit, wenn es um das Wohl der Kinder geht. Aber wenn diese Liebe fehlt, kann eine tiefe emotionale Leere entstehen, die Energien freisetzt. Die Geschichte beginnt im Jahr 2001 und spiegelt die politisch dunklen Jahre von 1933 bis 1945 wider, als die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht waren. Der Vater, Leopold von Stein, ist von der nationalsozialistischen Ideologie überzeugt … und leugnet den Holocaust. Die Bedeutung des aus dem Altgriechischen stammenden Wortes (holókaustos) setzt sich aus zwei Teilen zusammen: (holos) bedeutet „ganz oder vollständig“ und (kaustos) bedeutet „geopfert“ oder „verbrannt“. Leopold von Stein hatte zwei Söhne, Hans und Alex, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Als der jüngere Sohn Alex von der Rolle seines Vaters in der NS-Zeit erfährt, beginnt für ihn der Aufbruch in eine gefährliche Welt. Dort versucht er, ein weltweites rechtsextremes Netzwerk aufzudecken und zu bekämpfen. Der Leser wird unweigerlich Zeuge dieser äußerst spannenden Geschichte, in der Alex um sein Leben kämpfen muss. Die Einbindung in die Erzählung wird immer wieder durch atmosphärisch düstere Szenen erzeugt, die beim Lesen starke, ungeahnte emotionale Reaktionen auslösen. Das Ende dieser Geschichte ist eine Offenbarung, mit der man nie gerechnet hätte. Niemals! Das Buch VATERLIEBE birgt eine fesselnde Bilderflut, die von den Autoren Nick Wilder und Richard Opper auf geniale Weise erzeugt wird.D. Schaericke (Berlin)
Wow, was für ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten hat, unerwartete Wendungen nimmt und gerade im aktuellen Zeitgeist sehr zum Nachdenken anregt. Ein Potpourri an Emotionen löste dieses Buch in mir aus und ich war so gefesselt von der Geschichte, dass ich es gar nicht mehr weglegen konnte. Ein völlig neuer Ansatz …mit dem Stoff umzugehen, ist nicht nur erfrischend, sondern zeigt innerhalb einer Geschichte einen Tiefgang auf, für den andere vier Bücher schreiben müssten. Großes Kompliment an Nick Wilder!Die Geschichte von Alex von Stein fesselt mich nicht nur als Leserin, sondern als Mensch, der sich eine verständnisvollere Welt wünscht, in der die Dramen der Geschichte sich nicht länger wiederholen müssen.
Florian Dietel – Schauspieler und Theater-Autor (Nürnberg)
Nick Wilder hat mir dankenswerterweise seinen neuen Roman „Vaterliebe“ vorab zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten bis zu letzten Seite von diesem einzigartigen Stoff begeistert!Das Original „Fatherlove – a cautionary tale“ ist in englischer Sprache geschrieben. Die deutsche Übersetzung liest sich toll. Als packende und weltumspannende Agentenstory …im Stil von Jason Bourne zwischen Deutschland und den USA beschreibt Nick Wilder den Weg des „Jungen vom Land“ Alex von Stein, den es in die weite Welt hinauszieht und der sich prompt als Undercover-Mitarbeiter einer geheimen Organisation wiederfindet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, rechte Netzwerke verdeckt zu durchleuchten und zu überwachen. Dabei geht es schnell um etwas viel größeres als bloße Namen auf dem Papier, nämlich um Alex selbst und ein dunkles Familiengeheimnis, das weit in der Vergangenheit und seiner eigenen Heimat in Norddeutschland ruht. Alex muss sich anderer Identitäten bedienen und mehr als einmal fragen, wohin ihn der Weg führt und vorallem, welcher Weg ihn überhaupt bis hierher geführt hat.
Ein zutiefst berührender Vater- Sohn-Konflikt, der sich jahrzehntelang angestaut hat, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte im Angesicht von weltweit wiedererstarkendem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, das Leugnen von Schuld, mögliche Vergebung, Freundschaft in fremden Kulturen und die verzweifelte Suche nach dem eigenen Platz im Leben irgendwo auf der Welt.
Das alles haben Nick Wilder und sein amerikanischer Co-Autor Richard Opper zu einem spannenden, mitreißenden und hervorragend durchdachten Roman verdichtet, der im Anblick der gegenwärtigen Weltpolitik aktueller, wichtiger und lesenswerter denn je ist.
Helga Schirmer – Jahrgang 1940 (Thum im Erzgebirge)
Es war mir eine große Freude und Ehre, dass ich für Nick Wilder Testleserin für sein neues Buch sein durfte. Schon als Kind waren Bücher meine schönsten Geschenke.Je älter ich wurde, umso anspruchsvoller wurde mein Lesestoff. Im Osten, im Erzgebirge aufgewachsen, war es nicht immer leicht, an guten Lesestoff zu kommen, aber da gab es ja glücklicherweise eine Bücherei und man hatte ja auch Bekannte, die Bücher aus dem „Westen“ hatten.
Ich habe vor allem sehr gern und viel Bücher mit geschichtlichem Hintergrund mehr studiert als nur gelesen. Bei mir ist das „Kino im Kopf“ und ich bin mitten im Geschehen.
Das neue Buch von Nick Wilder und seinem Coautor Richard Opper… lässt schon im Prolog ahnen, wie spannend und interessant es wird. Und so war es auch. Das gesamte Buch ist eine Achterbahn der Gefühle.
Einiges hat man so nicht gewusst, einige Tatsachen machen auch heute noch wütend und traurig, und es gibt sehr emotionale Momente, wo man weinen möchte. Die Hauptfigur des Buches ist dem Autor mehr als gelungen – man fühlt mit ihr, fiebert mit ihr und man freut sich auch mit ihr.
Es sind so viele interessante, aber auch beängstigende Faktoren angesprochen, die mitunter sprachlos machen.
Das Erstaunliche zum Schluss. Der Leser merkt, es geht hier auch um jüdische Geschichte. Auf der einen Seite der Judenhass, der heute verstärkt wieder aufflammt, vor allem auch in Amerika, aber auch die jüdischen Familien, die verzeihen können und auf der anderen Seite stehen Nazis – alte verbohrte Männer, die dem Krieg und ihren SS-Uniformen nachtrauern und die jüngere Generation Nazis, die dieses Gift schon geschluckt hat.
Ich kann nur sehr empfehlen, es zu lesen – es lohnt sich und ich finde auch, es ist wichtig, dass man ein Buch mit diesem Inhalt liest.
Danke, lieber Nick Wilder und auch dem Co-Autor Richard Opper für dieses Buch!
Bitte schreibt eine Fortsetzung. Ich warte darauf.
Charlene Kallestad
Vor einigen Wochen habe ich Zuflucht in einem besonderen Buch gefunden: „VATERLIEBE“. Ich las bis tief in die folgenden Nächte hinein, unfähig, es aus der Hand zu legen. Die harte Arbeit der beiden Autoren Nick Wilder und Richard Opper hat zu einer meisterhaft erzählten Geschichte geführt. Heute Abend habe ich das Buch zum zweiten Mal beendet, um ein möglichst stimmiges Feedback geben zu können. Doch ich kann keinen einzigen Verbesserungsvorschlag machen – weder zur Geschichte noch zur Art, wie die Autoren sie erzählt haben. VATERLIEBE ist so wunderschön verwoben: die Rückblenden, die Bilder, die Dialoge, die eindringliche Geschichte, die sich nahtlos in die Gegenwart einschleicht – jede Seite ist fesselnd.Mein einziges Bedauern bringt meine Tochter Kim am besten auf den Punkt, als sie sagte:
„Ich wünschte nur, Opa hätte das lesen können.“
Er war Geschichtslehrer; der Zweite Weltkrieg war für ihn “persönlich”. Die kunstvoll formulierten Worte der Autoren haben dieselbe Kraft wie seine Vorlesungen damals: zu bilden, zu erhellen und die Wahrheit zu verteidigen. VATERLIEBE ist von Anfang an ein Meisterwerk. Es ist dazu bestimmt, ein Blockbuster zu werden. Und es muss eine TV-Serie werden!
Pat Keim (Montana, USA)
Die Autoren von Vaterliebe haben mich mit dem Privileg geehrt, ein Vorabexemplar ihres Buches lesen und rezensieren zu dürfen. Nachdem ich es nun gelesen habe, bin ich sehr froh, dass sie mich gefragt haben. Zum Hintergrund: Ich lebe seit vielen Jahren in Montana, dem schönsten Bundesstaat der USA, bin ein leidenschaftlicher Geschichtsinteressierter und seit fast vier Jahrzehnten in staatliche Strukturen und die dazugehörigen politischen Prozesse eingebunden.VATERLIEBE ist eine wichtige Geschichte, die zeigt, wie politische Bewegungen außer Kontrolle geraten können. Sie verdeutlicht, wie besonders gefährlich sie werden, wenn sie in Vorurteilen und Intoleranz verwurzelt sind und unbehelligt bleiben, weil Angst und Einschüchterung sie schützen. Das Buch zeigt eindringlich, wie solche Entwicklungen Familien, Gemeinschaften, ganze Nationen und letztlich die Freiheit selbst zerstören können. Gerade dadurch besitzt es eine große Relevanz für die Welt, in der wir heute leben. Es ordnet viele der Ereignisse, die wir derzeit erleben, historisch ein – darunter das Wiedererstarken von Intoleranz, politische Spannungen und die damit einhergehende gesellschaftliche Polarisierung. Es ist eine klare Warnung vor den Gefahren, die all dies für unser persönliches Leben und unsere Gesellschaft insgesamt darstellt.
Die Autoren Nick Wilder und Richard Opper verweben eine faszinierende Geschichte aus Abenteuer, Intrigen und Familiengeschichte – alles Elemente, die in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen stehen, die wir heute weltweit beobachten. Die Handlung folgt dem Leben von Alex von Stein – oder besser gesagt den drei Leben von Alex von Stein –, dem Sohn eines ehemaligen Waffen-SS-Offiziers. Sie beleuchtet die inneren Belastungen, mit denen der junge Alex im Umgang mit der Vergangenheit und dem gegenwärtigen Leben und Handeln seines Vaters konfrontiert ist. All dies entfaltet sich vor dem Hintergrund realer, bedrohlicher aktueller Ereignisse in unserer heutigen Welt.
In VATERLIEBE fordern die Autoren die Leserinnen und Leser dazu auf, darüber nachzudenken, woher wir kommen und was wir aus unserer Vergangenheit lernen können. Das Buch fordert zur Auseinandersetzung mit dem Wiedererstarken von Kräften auf, die in vielen Ländern Isolationismus und Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen propagieren. Die Geschichte sendet eine klare und eindringliche Warnung davor, wohin wir steuern könnten, wenn wir die Lehren der Vergangenheit nicht verstehen und beherzigen.
Das Buch ist außerordentlich gut geschrieben. Es ist temporeich, mit einer sorgfältig entwickelten Handlung, die flüssig von einem Abenteuer zum nächsten führt und dabei stets fest mit ihrem Ursprung verbunden bleibt. Kurz gesagt: Es ist ein fesselndes, hochspannendes Abenteuer, das man kaum aus der Hand legen kann – und das seine Leserinnen und Leser zugleich dazu bringt, intensiv über einige der wichtigsten Fragen unserer heutigen Welt nachzudenken.
Pam Schindler
Kürzlich bin ich in die fesselnde Welt von „VATERLIEBE“ eingetaucht und war vollkommen in ihren Bann gezogen – von dem reichen Geflecht aus Geschichte, den eindrucksvollen Vater-Sohn-Figuren und der kunstvoll verwobenen Handlung. Die akribische Liebe zum historischen Detail von Nick Wilder und Richard Opper schafft eine lebendige Kulisse, die jeder einzelnen Seite Leben einhaucht.Die Figuren sind keine bloßen Träger der Handlung; sie sind wunderbar ausgearbeitete Persönlichkeiten mit Tiefe und Komplexität, sodass man sich ihren Lebenswegen emotional kaum entziehen kann. Von den Protagonisten bis hin zum geheimnisvollen Nebenensemble trägt jede Figur auf ihre ganz eigene Weise zur Gesamtgeschichte bei und hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Leser.
Die Handlung ist ein meisterhafter Tanz durch die Zeit, der historische Ereignisse nahtlos mit einer packenden Story verbindet. Die Wendungen hielten mich permanent in Spannung, und das hervorragend gesetzte Tempo sorgte dafür, dass der Sog der Geschichte niemals nachließ. Während sich die Ebenen der Erzählung entfalteten, ertappte ich mich dabei, Seite um Seite weiterzublättern – voller Erwartung darauf, was die Figuren im nächsten historischen Kapitel erwarten würde.
Zusammengefasst ist „Father Love“ ein literarisches Meisterwerk, das Geschichte, Figuren und Handlung zu einer harmonischen Symphonie des Erzählens verschmelzen lässt. Dieser Roman ist ein Muss für alle, die eine meisterhaft erzählte Geschichte schätzen, die ihre Leser durch die Zeit trägt und sie zugleich fest mit dem Schicksal der Figuren verbindet.
Tim Weidlich – Militär-Seelsorger
Als ich Nick Wilders Buch VATERLIEBE zur Hand nahm und ihn zuvor bereits Teile seiner Geschichte hatte erzählen hören, erwartete ich eine farbenreiche Beschreibung des nationalsozialistischen Deutschlands – und wurde nicht enttäuscht. Doch dieses Buch eröffnet weitere Perspektiven: Es liefert eine tiefgehende Analyse der Auswirkungen, die die Loyalität eines Landes gegenüber Hitler auf eine Familie hatte. Die meisten Darstellungen der großen deutschen Täuschung … beschäftigen sich mit der Frage, wie ein ganzes Volk in ein solches Maß an Bösartigkeit geführt werden konnte. Viele kommen zu dem Schluss, dass Hitlers Deutschland eine Warnung für alle Nachfolgenden sein sollte, die Lehren dieses Krieges niemals zu vergessen. VATERLIEBE jedoch ist anders, denn es erforscht die grundlegendere Lektion, wie die Loyalität eines Landes gegenüber einem wahnsinnigen Führer durch ein liebevolles Zuhause verhindert werden kann. Wie dringend wir diese Erkenntnis heute brauchen, zeigt sich deutlich in der Rückkehr vieler Länder zu diktatorischen Führern, zu Rassismus und zum Missbrauch von Religion und Gewalt durch politische Machthaber, um Macht zu erlangen.Der deutsche SS-Offizier in VATERLIEBE verfolgt die Ambition, Hitlers Anerkennung zu gewinnen, und verweigert seinen Söhnen seine Liebe. Die Geschichte führt durch Zeiten und Länder, wobei ein Sohn versucht, die Taten und Einstellungen seines Vaters zu sühnen, während der andere zu Hause bleibt und alles tut, was der Vater verlangt, um dessen Liebe zu verdienen. Ich wurde in die Geschichte über die generationenübergreifenden Auswirkungen Hitlers hineingezogen – nur um festzustellen, dass sie mich zugleich in eine persönliche Auseinandersetzung mit den Kämpfen meiner eigenen Familie um die Folgen einer verweigerten Vaterliebe führte.
Die Kraft von VATERLIEBE liegt nicht nur in der Warnung vor der Gefahr, die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg zu vergessen, sondern in der noch stärkeren Auseinandersetzung mit dem Einfluss eines Vaters auf seine Familie.
Carmae Fawaz
Diese epische Coming-of-Age-Geschichte wird aus der Perspektive des Kindes eines Nazi-SS-Offiziers erzählt. Sie navigiert auf brillante Weise das Spannungsfeld moralischer Dilemmata, mit denen ein Kind konfrontiert ist, das sich nach der Liebe seines Vaters sehnt und zugleich mit seinem eigenen inneren Wissen ringt. Alex bewegt sich auf eine ganz andere Art durch die Welt als seine Eltern und trifft letztlich Entscheidungen, die auf dem Leben und Lernen aus seinen eigenen Erfahrungen beruhen – und doch sehnt er sich, wie jedes Kind, nach der Anerkennung seines Vaters.Unweigerlich muss der Mut, Generationen von Hass und Verletzung zu verändern, aus der Anerkennung der Menschlichkeit in jedem einzelnen Menschen erwachsen. Alex’ Menschlichkeit wird auf die Probe gestellt, während er sich seinem Leben und schließlich seinem eigenen generationenübergreifenden Trauma stellt.
Christoph Rodermund – Hiddenhausen
Das Buch „Vaterliebe“ von Nick Wilder und seinem Co-Autor Richard H. Opper hat mich unmittelbar von den ersten Seiten an gefesselt.Ich lese nicht oft und habe ehrlicherweise die 600 Seiten ein paar Tage von links nach rechts gelegt.
Nachdem ich angefangen habe, vergingen jedoch nur 3 Lesesessions an 3 aufeinanderfolgenden Tagen – ich habe diesen außergewöhnlichen Roman regelrecht verschlungen.
Die Geschichte ist nicht nur fesselnd, sondern aufwühlend und zugleich unbeschreiblich gefühlvoll.
Während des Lesens habe ich gelächelt, geweint, war wütend, begeistert und erschrocken. Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle hat mich durchgeschüttelt.
Dieses Buch lässt einen erschaudern ob der Greueltaten der Nazis und zugleich erschrecken, dass gerade heutzutage Antisemitismus allgegenwärtig ist.
Das Schlusswort von Nick Wilder trifft es am Besten: „Nur mit Empathie, Mitgefühl und Menschlichkeit kann Versöhnung beginnen!“
Gerade in der heutigen Zeit ist das Buch eine Mahnung und sollte von möglichst vielen Menschen gelesen werden!
Heinz Jungclaussen – Hamburg
Ich, Jahrgang 1960 geboren in Kiel, kann das Leben und die Gedanken des Hauptprotagonisten Alex von Stein sehr gut nachvollziehen, da auch mein Vater Kriegsteilnehmer war und in der Familie auch über dieses Thema nur geschwiegen wurde.Der Bruder meines Vaters und mein Vornamensgeber, ein Onkel, den ich nie kennengelernt habe, da er als einer der Lieblingspiloten von Adolf Hitler im Krieg abgeschossen wurde, wird heute noch von der rechten Szene verehrt.
Der Roman ist packend,emotional und tiefgründig, eine überzeugende Mischung aus geschichtlichen Fakten, persönlichen Schicksalen und menschlichen Abgründen, spannend bis zur letzten Seite.
Absolut lesenswert.
Dirk Leiendecker
Pfarrer im Ruhestand, Jahrgang 1958
Ich habe die 600 Seiten dieses vorzüglich gebundenen Buches geschafft – und sie haben mich geschafft!
Was für eine fesselnde Story von Schuld und Vergebung, Wahrheit und Fiktion, Liebesgeschichte(n) und Thriller. Wie geschickt verweben Nick Wilder und Richard Opper aber auch Vergangenheit und Gegenwart in einem Parforceritt durch die Geschichte … des 20. Jahrhunderts und zeigen damit leider auf, wie zerbrechlich das „Nie wieder“ nach dem Zweiten Weltkrieg mittlerweile wieder – oder doch schon immer – ist. Und so trieft irgendwie auch das Blut der Opfer von Hass und Intoleranz schon aus dem flammendroten Umschlagdeckel heraus.
Als Kind und Jugendlicher habe ich ab Mitte der 1960er-Jahre die Geschichte von Alex von Stein und seinem Bruder Hans ein Stück weit auf der – natürlich ganz anderen, aber für mich vergleichbaren – Ebene meiner Großväter erlebt und viel zu spät verstanden, warum sich die beiden auf Familienfeiern spätestens nach einer Stunde über die aktuelle Politik in den Haaren hatten. Heute glaube ich zu wissen, dass der eine – mit patriarchalischen Zügen und Unnahbarkeit versehen – den verlorenen Krieg als Demütigung und der andere – Kriegsteilnehmer an allen Fronten und vielleicht von daher sehr empathisch – als Befreiung empfunden hat. Die erlittenen Traumata wurden – wie bei vielen anderen auch – nicht bearbeitet, das Erlebte bei beiden mit ins Grab genommen.
Nick Wilder alias Alex von Stein stellt sich den tief in seiner Seele versteckten Erinnerungen und schreibt sie sich in einem steten Ringen um Wahrheit und Gerechtigkeit förmlich von der Seele. Faszinierend!
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, können wir in der Bibel lesen. Die Welt sollte aus dem Holocaust gelernt, Rassismus und Antisemitismus keinen Platz mehr in den Herzen haben. Und doch muss jede Synagoge in Deutschland ständig von der Polizei gesichert werden, ist rechtes Gedankengut bei uns mit der AfD wieder wählbar geworden und gehen die Evangelikalen in den USA mit der Politik eines Donald Trump eine unheilige Allianz ein – wie dazumal die Kirchen im Dritten Reich mit der NSDAP.
„Die ADL braucht dich hier zu Hause. Es ist dringend!“ Die letzten beiden Sätze aus Vaterliebe. Damit wird für mich das „Nie wieder“ zur Aufforderung eines „Immer wieder“ entschlossenen Handelns in Gegenwart und Zukunft.
Ingo Bartels – Wolfsburg
Großes Lob an Nick Wilder und Richard Opper. Sehr geiles Buch. Sehr nah an der aktuellen Zeit – leider – und im Grunde durchweg spannend. Als Alex von Stein zum Bürojob wechselt hatte ich kurz das Gefühl, jetzt könnte der ganze Nervenkitzel weg sein. Aber die Autoren haben es geschafft, dass der Roman wieder Fahrt aufnimmt und Alex in weitere… unerwartete Gefahrenmomente reinrutscht.Das Ende finde ich auch sehr gelungen, weil es offen bleibt, ob es noch einen zweiten Teil gibt. Wenn man jetzt gerade die Anschläge in Australien sieht, gäbe es sicherlich auch noch genug Material für eine Fortsetzung von Vaterliebe. Es hat echt Spaß gemacht, das Buch zu lesen, auch wenn es sehr traurig ist, berücksichtigt man die realen Umstände von Autor Nick Wilder und seinem Vater. Um das Buch in seiner ganzen Tragweite zu verstehen, empfehle ich vorher die Biografie von Nick Wilder zu lesen, denn dann wird eindrucksvoll deutlich, wann Realität mit Fiktion verwischt.
Jens Schniedenharn – München
Vaterliebe – einfach Gänsehaut!Ein Buch, das eine Geschichte von der deutschesten aller Geschichten erzählt, die noch gar nicht so lange zurück liegt, fast alle in unserem Land betrifft und hier einen realeren Background hat, als man denken möchte. Ein so brandaktuelles, bedrückendes Thema behandelt und einen gesellschaftlichen und politischen Dämon ins Visier nimmt, der so unheilvoll und bedrückend wirkt, und dies, entgegen der Erwartungen, weniger als historische Fiktion denn als bedrückende Realität daherkommt. Die Autoren … Nick Wilder und Richard Opper präsentieren mit diesem Buch eine Geschichte, der sich wie ein Plot für einen Film oder eine Serie liest und dadurch ständig innere Bilder erzeugt, von denen man hofft, sie eines Tages auf der Leinwand zu sehen.
„Vaterliebe“ entfaltet die facettenreiche Geschichte einer Familie aus Norddeutschland im Laufe des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum dieser Familie steht der despotische Vater Leopold von Stein, ein Mann, der in der Ära des aufkeimenden Nationalsozialismus aufwächst und tief in dessen Ideologie verstrickt wird – ein Bann, der ihn sein Leben lang nicht mehr loslässt. Seine zwei Söhne, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ringen vergeblich um seine Liebe und Anerkennung, doch Leopold zeigt sich unfähig, Liebe oder auch nur Zuneigung zu empfinden- geschweige denn zu zeigen. Besonders der jüngere Sohn, Alex, verkörpert in den Augen seines Vaters die Abkehr von der familiären Tradition der von Steins, zu weich, zu wenig „deutsch“ für seinen Geschmack. Doch Alex ist der Protagonist, die Hauptfigur und wahre Held der Geschichte, ein junger Mann mit einem starken Sinn für Gerechtigkeit, geprägt von einem Lehrer, der ihm die Augen für Toleranz, Empathie und Nächstenliebe öffnet. Er liebt das Leben, schaut mit faszinierten Augen auf die Welt, besonders auf Amerika und ist bestrebt, seine Welt zum Besseren zu wenden und aus seinem engen und unerträglichen Leben auszubrechen. Er ist Musiker, spielt Gitarre in einer Band in den 1960ern und schafft so erste Fluchten, wird selbstbewusster und träumt von Amerika. Es bietet sich die erste Möglichkeit auf einen Aufenthalt in den USA und er ergreift seine Chance. Seine persönlichen Erlebnisse dort bilden den Startpunkt seiner rasanten Reise durch die Handlung des Buches.
Die Figur des Alex von Stein und ähnliche Charaktere stehen symbolisch für die Nachkriegsgeneration Deutschlands, die als Opfer vieler Väter – die wiederum selbst Produkte einer arisch-germanischen Ideologie und völkischer Erziehung – gelten. Dieses Erbe war, wie allgemein bekannt, nach 1945 nicht einfach abzulegen. Die Generationskonflikte der 1960er Jahre, obwohl ausführlich dokumentiert, bilden dennoch das Rückgrat von Alex‘ Geschichte. In einem Versuch, die Anerkennung seines Vaters zu gewinnen, schließt sich Alex sogar der Bundeswehr an, entwickelt sich dort durch strenge Disziplin zu einem Elitesodaten. Doch als selbst diese Anstrengungen nicht zu der ersehnten väterlichen Liebe oder auch nur Respekt führen und er zudem von einigen Taten seines Vaters während der Nazizeit erfährt, bricht er mit ihm und entschließt sich, gegen den latenten Antisemitismus und Faschismus im Land der Befreiten aktiv zu werden. Es geht gegen Alt- aber auch Neonazis anzutreten und aufzustehen. Er schließt sich einer neu gegründeten, halbstaatlichen Einheit an, die „undercover“ gegen Nazis und Faschisten kämpft, und infiltriert Naziorganisationen, um Schlimmeres zu verhindern – nicht nur in Deutschland, sondern bald auch in Amerika.
Das Buch zeichnet sich durch eine unterhaltsame und gleichzeitig packende Erzählweise aus, reich an detaillierten Beschreibungen, die den Leser auf eine globale Odyssee mit Alex und seinen verschiedenen Identitäten im braunen Untergrund mitnehmen. Durch geschickt eingesetzte Rückblenden, verschiedene Schauplätze und spannende Wendungen wird eine fesselnde Geschichte gewoben, die mit Cliffhangern gespickt ist und den Leser dazu verleitet, immer weiterlesen zu wollen, in der Hoffnung, dass diese Geschichte eines Tages auf die Leinwand gebracht wird – trotz des offensichtlich hohen Aufwands, irgendwo zwischen Tarantino und Mission Impossible, den eine solche Verfilmung erfordern würde, aber eine Umsetzung absolut verdient hätte.
Stefan Priebe (63) – Lübeck
Ich habe die ersten Tage des neuen Jahres 2026 damit verbracht, den Roman VATERLIEBE zu lesen. Ein sehr gelungenes Werk, wie ich finde. Meinen Glückwunsch und meine Anerkennung an die Autoren Nick Wilder und Richard Opper. Nick und ich sind beide auf der Insel Fehmarn aufgewachsen und wir kennen uns persönlich.Der Inhalt des Buches hat mich, insbesondere all das, was sich auf Fehmarn und um den Vater dreht, sehr schockiert! Teilweise musste ich das Buch zur Seite legen, um meine Gedanken zu ordnen, weil ich u. a. auch die Eltern von Nick kannte. Unter diesem Aspekt nimmt man das Geschriebene noch anders und intensiver wahr. Viele Emotionen begleiteten mich beim Lesen! Und man kann Nick Wilder nur dafür bewundern, dass er den Mut hatte, damals schon in jungen Jahren seine eigenen Wege zu gehen und letztlich ein so erfolgreicher und glücklicher Mensch zu werden.
Ich bin nach wie vor noch mit Fehmarn verbunden und liebe die Insel, zumal meine 88-jährige Mutter, die noch den „kleinen Nick“ kannte, wohnt und lebt. Seit dem Lesen des Buches haben sich für mich allerdings einige Schattenwolken über das geliebte Eiland gezogen.
Fehmarn war schon immer ein Dorf, jeder wusste über jeden alles! Aber auch das „Verschweigen“ vieler Dinge ist mir von Fehmarn her bekannt. Mein Großvater war Krankenpfleger in Burg, meine Mutter Arzthelferin bei dem seinerzeit bekanntesten Inselarzt, der zudem der Onkel von Nick Wilder war. Bei der Tante von Nick habe ich in der Straße, in der ich aufwuchs, meine Milch gekauft.
Ich wurde 1962 in Oldenburg geboren, meine Eltern hatten in Gremersdorf ein Haus. Da mein Vater leiblicher Alkoholiker war und zu regelmäßig zu häuslicher Gewalt neigte, floh meine Mutter 1964 bei Nacht und Nebel mit mir nach Fehmarn zu meinen Großeltern.Unsere Familie kam ursprünglich aus Oberschlesien und landete durch die Vertreibung auf Fehmarn.
Oft habe ich Nicks Vater vor Wisser’s Hotel in Burg, Am Markt, mit anderen Männern, hauptsächlich Bauern, gesehen. Ich hatte immer Angst vor ihm und habe einen großen Bogen um ihn herum gemacht. Er hatte für mich als Kind damals einen unerklärlichen, aber Angst einflößenden Blick. Nicks Mutter erinnere ich noch als sehr liebevoll blickende, warmherzige Dame.
Vaterliebe habe ich auch nie bekommen und kennen gelernt. Im Gegenteil: Als mein Vater vor einigen starb, fand ich seine Tagebücher und Memoiren, denen ich dann entnehmen konnte, wie er zu mir stand, was er fühlte und wie er über mich, seinen einzigen Sohn dachte: Ich existierte für ihn einfach nicht! Vaterliebe? Nein, die habe ich nie erfahren! Und von meiner Großmutter wurde ich stets dazu angehalten, „artig“ zu sein, also nach außen den Schein zu wahren und kein schlechtes Licht auf die Familie zu werfen, so wie Nick halt auch.
Dass Nicks Vater vermutlich mit dem Tod des ehemaligen Bürgermeisters von Burg, seinem eigenen Schwiegervater und einem „Trunkenbold“ im Zusammenhang stehen könnte, hat mich beim Lesen erschüttert!
Auch die Tatsache, dass es auf der Insel Fehmarn seinerzeit eine so große NS-Bewegung gab, zieht mir sinnbildlich gesprochen die Füße weg! Vor allem die Tatsache, dass Nicks Vater in direktem Kontakt zu Hitlers Führungspersonen stand, raubt mir den Atem. Mich persönlich hat es mit 17 Jahren zur Polizeischule nach Eutin, später Kiel verschlagen. Ich landete schließlich in Lübeck, wo ich fast 42 Jahre lang bei der Schutz-, ab 1991 bei der Kriminalpolizei arbeitete. Ich habe u. a. in einer Einheit meinen Dienst versehen, die sich um Skinheads kümmerte. Die letzten sieben Jahre vor der Pensionierung war ich beim Staatsschutz und habe im Bereich „politisch motivierte Straftaten rechts“ ermittelt. Fast täglich war ich mit dem Leugnen des Holocausts konfrontiert. Junge Männer und Frauen sangen am 20.04. zu „des Führers Geburtstag“ das „Wessel-Lied“ und bestritten, dass es die Massenermordungen je gegeben hat. Aber genau, wie in „Vaterliebe“ beschrieben, sieht auch die Realität aus: es gibt einen schlauen Kopf, den Denker, und viele einfach strukturierte Leute, die sich beeinflussen und anstiften lassen, die keine eigene Meinung haben, aber die Meinung eines anderen als gegeben hinnehmen.
Wenn man mit all dem Wissen aus der Kindheit und Jugend und den beruflichen Erfahrungen das Buch „Vaterliebe“ liest, zudem auch selbst immer vergeblich nach einer solchen Liebe gesucht hat, dann reißt der Roman tiefe Wunden in die Seele des Lesers. Nick ist ein authentischer Mann und all seine Schilderungen sind demzufolge auch ganz sicher der Wahrheit entsprechend.
Bei und in mir hat der Roman einige Spuren hinterlassen. Er hat mich auch dazu gebracht, die damals in meiner Kindheit und Jugend auf der Insel Fehmarn so angesehenen Herrschaften in einem ganz anderen Licht zu sehen.
Wann wird die gesamte Gesellschaft endlich begreifen, dass wir alle, egal welcher Nation, Hautfarbe und Glaubensrichtung, MENSCHEN aus Fleisch und Blut sind und nur dieses eine, kurze Leben haben?
Nochmals herzlichen Glückwunsch für dieses sehr gelungene Werk Vaterliebe“!
Vaterliebe – Gänsehaut pur!
